Hinter den Kulissen von „Einsatz für Gold“ – meine Insights aus der Produktion

Als Host des Podcasts Infoteiner nehme ich meine Hörer regelmäßig mit hinter die Kulissen spannender Projekte. Eine Produktion hat mich dabei besonders geprägt: die Serie Einsatz für Gold, entstanden in enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landespolizei und der dortigen Sportfördergruppe.

Was diese Serie so besonders macht? Sie verbindet Polizeidienst und Spitzensport – und damit zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum zusammenpassen. In meinen Gesprächen mit Athleten wie Ramona HofmeisterPhilipp Nawrath und Pius Paschke habe ich erlebt, was Disziplin, Fokus und Leidenschaft wirklich bedeuten.

In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen Learnings – inhaltlich, organisatorisch und technisch.


1. Die Sportfördergruppe: Mehr als nur ein spannendes Thema

Als ich mich erstmals intensiver mit der Sportfördergruppe beschäftigt habe, wurde mir schnell klar: Hier geht es nicht nur um Medaillen. Es geht um Menschen, die zwei anspruchsvolle Karrieren parallel leben.

Die Athletinnen und Athleten sind ausgebildete Polizistinnen und Polizisten – und gleichzeitig internationale Spitzensportler. Sie wechseln vom Trainingslager ins Klassenzimmer, von der Skipiste in den Dienst. Diese Doppelbelastung verlangt enorme Disziplin und eine langfristige Perspektive. Olympische Spiele sind kein kurzfristiges Ziel, sondern ein Vierjahresprojekt.

Mein Learning für gutes Storytelling

Ich habe gemerkt: Die spannendsten Momente entstehen dort, wo sich diese beiden Welten berühren. Wenn ich nachfrage, wie sich ein Wettkampftag mental von einem Einsatz unterscheidet. Oder wie sie mit Druck umgehen – im Stadion und im Dienst.

Gute Vorbereitung ist für mich der Schlüssel zu authentischen Gesprächen.

Je besser ich die Lebensrealität meiner Gäste verstehe, desto tiefer kann ich fragen – und desto ehrlicher werden die Antworten.


2. Remote-Interviews unter Hochdruck

Die Produktion war teilweise herausfordernd. Viele Interviews entstanden während Trainingslagern, auf Reisen oder sogar kurz vor Wettkämpfen. Teilweise saßen meine Gesprächspartner quer durch Europa verteilt – mit instabilem WLAN und engem Zeitfenster. Wir waren generell eng getaktet und es war nicht einfach die Termine so zu legen, dass sie mit Trainingszeiten und weiteren Terminen der Sportler vereinbar waren.

Und dann kam auch noch immer die technische Herausforderung mit dazu. Skispringer Pius Paschke musste kurzfristig noch einen anderen Laptop organisieren und sich einen Winkel im Hotelzimmer suchen, wo er gutes WLAN hatte. Manchmal muss man halt improvisieren, aber dann ist es umso schöner, wenn es klappt.

Learnings Planung eines Podcasts

  • Ich plane heute grundsätzlich Zeitpuffer ein.
  • Ich schicke vorab eine Technik-Checkliste.
  • Ich habe immer einen Plan B – Hotspot, Ersatzgerät oder notfalls Telefon.
  • Ich stimme Kernfragen im Vorfeld klar ab.

Flexibilität ist bei Remote-Produktionen kein Nice-to-have, sondern Überlebensstrategie.


3. Tonqualität: Mein Anspruch an Professionalität

Ein Podcast ist ein Audioformat. Das klingt banal – wird aber oft unterschätzt.

Ich habe früh gemerkt, dass klassische Videokonferenz-Tools für professionelle Produktionen nicht ausreichen. Deshalb setze ich bei Remote-Interviews auf lokale Aufnahmen, beispielsweise über Plattformen wie Zencastr oder Riverside.fm. Der Vorteil: Beide Seiten nehmen in hoher Qualität lokal auf, die Spuren werden anschließend synchronisiert. Das Ergebnis klingt deutlich hochwertiger.

Natürlich arbeite ich, wenn möglich, mit externen Mikrofonen. Aber ich habe auch gelernt: Moderne Laptops und Tablets liefern inzwischen erstaunlich gute Ergebnisse – wenn die Raumakustik stimmt.

Mein Grundsatz:
Wenn der Inhalt überzeugt, darf die Technik ihn nicht sabotieren.


4. Atmosphäre schlägt Perfektion

Viele meiner Gäste stehen regelmäßig im Rampenlicht – trotzdem ist ein Podcast-Mikrofon für manche Neuland. Ich starte daher bewusst locker. Ein paar Minuten Smalltalk, eine kurze Erklärung zum Ablauf – und vor allem: Druck rausnehmen.

Ich sage immer: Versprecher sind menschlich. Lachen ist erlaubt. Authentizität ist wichtiger als Perfektion.

Offene Fragen statt starrer Fragebögen haben sich für mich bewährt. Ich lasse Raum für Geschichten. Und ich höre aktiv zu – oft entstehen die besten Momente zwischen meinen vorbereiteten Fragen.

Begeisterung ist ansteckend. Wenn ich Freude am Gespräch habe, spüren das meine Gäste – und später auch die Hörer.


5. Warum „Einsatz für Gold“ als Serie funktioniert

Mit „Einsatz für Gold“ wollte ich nicht nur einzelne Interviews führen, sondern ein Gesamtbild zeichnen. Jede Folge beleuchtet eine neue Perspektive innerhalb der Sportfördergruppe.

Das Serienformat bietet enorme Vorteile:

  • Tiefe statt Oberfläche
  • Wiedererkennungswert
  • Langfristige Hörerbindung
  • Strategische Cross-Promotion über Plattformen wie Spotify, Website und Social Media

Vor allem aber schafft eine Serie Vertrauen. Wer mehrere Folgen hört, baut eine Beziehung zu den Protagonisten auf – und auch zum Format.


Mein Fazit als Podcaster

Die Produktion von „Einsatz für Gold“ hat mir erneut gezeigt, was erfolgreiche Podcast-Arbeit wirklich bedeutet:

  • Gründliche Vorbereitung – inhaltlich und technisch
  • Flexibilität und Improvisationsfähigkeit
  • Hoher Anspruch an Audioqualität
  • Eine entspannte, wertschätzende Gesprächsatmosphäre
  • Ein durchdachtes Serienkonzept

Podcasting ist für mich mehr als Content-Produktion. Es ist Beziehungsarbeit, Organisation, Technikverständnis – und vor allem Leidenschaft.

Wenn du selbst einen Podcast produzierst oder planst, hoffe ich, dass dir meine Erfahrungen helfen, dein Projekt auf das nächste Level zu bringen.

Und wenn du hören möchtest, wie sich all das in der Praxis anhört: Die Folgen von „Einsatz für Gold“ findest du auf Spotify und auf meiner Website.

Bis bald, bis wir uns wieder auf die Ohren gehen!

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