Podcast zu 20 Jahre Eishallenunglück in Bad Reichenhall

B.I.K. Features berichtet in drei Sonderfolgen

Am 02. Januar 2026 jährt sich das Bad Reichenhaller Eishallenunglück zum 20. Mal. Dazu habe ich drei Sonderfolgen im Rahmen meines Podcasts „B.I.K. Features“ produziert. Diese Sonderfolgen sind auf Spotify zu hören, auf Apple Podcast und hier. Die Idee dazu hatte ich bereits 2024. Allerdings habe ich das aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt. Bis ich im September 2025 einen Anruf erhielt. Am Apparat: Eine Feuerwehrkameradin der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall. Was dann folgte, hat mich selbst überrascht.

Erinnerungen an die Eishalle

Persönlich habe ich viele Erinnerungen an die Eishalle in Bad Reichenhall: An die Eisdisco, Daran, dass ich hier das Eislaufen gelernt habe oft meine Nachmittage in der Eishalle verbracht habe. Ich habe dort Eishockey gespielt. Ein einziges Mal. Da haben die Reichenhaller Vereine ein Turnier veranstaltet. Damals war ich Fußballer beim TSV Bad Reichenhall und wir Fußballer waren mit dabei und haben uns in Eishockey-Montur geschmissen haben. Der erste Gedanke den ich habe, ist allerdings der 02. Januar 2006. Der Tag an dem das Dach der Eishalle eingestürzt ist und wobei insgesamt 15 Menschen ums Leben gekommen sind. Am 02. Januar 2026 jährt sich das Unglück zu 20. Mal und dazu habe ich drei Sonderfolgen erstellt, die ihr im Rahmen meines Podcasts „B.I.K. Features“ hören könnt.

Inhalt der Podcast Sonderfolgen

In diesem Podcast werde ich auf die Geschehnisse zurückblicken – und zwar aus Sicht der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall. Es ist kein Podcast, in dem ich alles komplett aufrolle, Verantwortliche der Stadt, Hinterbliebene oder Gerettete zu Wort kommen. Ich werde auch nicht über den Prozess im Jahr 2008 sprechen und auch nicht über die Neuauflage 2011. In diesem Podcast kommen die Menschen zu Wort, die von Anfang an mittendrin waren. Ich treffe diejenigen, die freiwillig Dienst für die Gesellschaft tun und plötzlich mit einer Situation konfrontiert waren, auf die sie niemand vorbereitet hat, weil es auch niemand konnte. Der Einsturz war ein Ereignis, das es in dieser Größenordnung in der Region noch nie gab. Unter anderem wird der Feuerwehrler zu Wort kommen und seine Eindrücke von damals schildern, der als allererstes in der Eishalle stand. Der ehemalige Kommandant wird genauso zu Wort kommen, wie viele der Kameradinnen und Kameraden, die damals ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben um Menschenleben zu retten. Die Erinnerungen an das Erlebte schmerzt nach wie vor und trotzdem können sie heute darüber sprechen, auch wenn es dem ein oder anderen immer noch schwer fällt. Einige Schilderungen hört ihr in dem Podcast ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Bei dem Podcast zu „20 Jahre Eishallenunglück Bad Reichenhall“ ging es vor allem darum zu erfahren, womit die Freiwilligen Helfer vor Ort konfrontiert waren. Der erste Eindruck war ein riesengroßes Chaos und sie erzählen unter anderem darüber, wie es ihnen gelungen ist, zumindest etwas Klarheit in die Situation zu bringen. Dabei erfahren die Hörer des Podcasts was hinter den Kulissen der Rettungsarbeiten passiert ist. Vieles was die meisten bisher noch nicht wussten. Ein ganz wichtiges Thema im Rahmen des Podcasts ist auch die Verarbeitung im Nachhinein. Denn – ihr werdet es hören – das Eishallenunglück hat tiefe Spuren hinterlassen.

Folge 1 – Gespräch mit BAYERNWELLE Kollege Markus Gollinger

Es gibt bei diesen Folgen keine wirkliche Reihenfolge in der ihr sie hören solltet. Ich habe sie von 1-3 durch nummeriert und meine Empfehlung ist, sie nacheinander so zu hören. In Folge 1 hört ihr mich im Gespräch mit Markus Gollinger, Nachrichtenredakteur bei der BAYERNWELLE. Wir erzählen wie wir diese Tage erlebt haben. Ich selbst war damals als Reporter vor Ort und habe von den Geschehnissen berichtet. Markus hat die Nachrichten in der Redaktion verantwortet und gemeinsam haben wir damals während des fünf Tage dauernden Einsatzes von fast nichts anderem, als dem Eishallenunglück, berichtet. Auch für andere Medien – mehr dazu hört ihr in Folge 1.

Folge 2 – Das erste Chaos

In Folge 2 hört ihr die Feuerwehrkameraden der FFW Bad Reichenhall und wie sie die ersten Minuten und Stunden erlebt haben. Von dem Moment an, als der Funkwecker ging bis hin zum Eintreffen vor Ort. Sie waren mit einem bis dahin nie da gewesenen Chaos konfrontiert und in den ersten Stunden ging es vor allem darum, sich erstmal einen Überblick zu verschaffen und mit den ersten Hilfsmaßnahmen zu beginnen. Die große Frage war vor allem: Wieviele Menschen sind verschüttet und wieviele können lebend geborgen werden?

Folge 3 – Die Stunden nach dem ersten Chaos

In Folge 3 hört ihr was nach den ersten Stunden passiert ist. Das erste Chaos wurde zwar nicht beseitigt, aber zumindest gab es eine erste Struktur, wie die Rettungskräfte am besten vorgehen. Es kam dann eben die Zeit der schweren Geräte, Kräne, große Bagger – die zum einen dafür da waren die Kameraden zu schützen. Denn die Trümmer und Teile des Daches drohten einzustürzen und inwiefern die schweren Geräte da geholfen haben, darüber sprechen wir. Da gab es nämlich auch viele Herausforderungen, die das ganze sehr erschwert haben. Sogar eine Straße musste gebaut werden, damit die großen Geräte überhaupt zur Unglücksstelle vordringen konnten. Und wir sprechen in Folge 3 darüber, wie es den Feuerwehrlern gelungen ist, diese traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Ist es ihnen überhaupt gelungen? Was hat ihnen geholfen und welche Auswirkungen hat das auf die Feuerwehren 20 Jahre danach? Da gibt uns einer der Kameraden sehr interessante und spannende Einblicke in die psychologische Nachversorgung, die mit dem Eishallenunglück ausgeweitet wurde.

Ein Einsatz der alles abverlangte

Dieser Einsatz hat alles abverlangt. Körperlich, geistig, mental – Bilder und Erlebnisse die, die Rettungskräfte ihr Leben lang nicht vergessen werden. Deswegen habe ich die Kameraden auch gefragt, was so ein Einsatz mit einem macht und wie es ihnen gelingt damit umzugehen. Ein Einsatz, bei dem 15 Menschen ums Leben kommen, davon 12 Kinder, die einfach nur einen schönen Nachmittag erleben wollten, zwei Stunden Eislaufen, lachen und die Ferien genießen wollten. Eine Kameradin erzählt, dass sie relativ früh erkannt hat, dass sie nicht direkt vor Ort arbeiten konnte. Deswegen hat sie sich dazu entschieden an anderer Stelle zu helfen. Bisschen weg vom Unglücksort, in der gut 200 Meter entfernten Schule in St. Zeno, wo es darum ging, Essen an die Helfer zu verteilen, Getränke herzurichten, auch mal eine Schulter für jemanden zu sein, der total am Ende seiner Kräfte war und Tränen geflossen sind. Aber auch hier hat sie natürlich mitbekommen, was sich direkt vor Ort in der eingestürzten Eishalle zugetragen hat. 

Produktion des Podcasts

Die Produktion der einzelnen Folgen war auch für mich besonders. Die meisten wollten in der Gruppe über die Geschehnisse sprechen. Deswegen haben wir uns in einen kleinen Besprechungsraum gesetzt, alle um einen großen Tisch in der Mitte. Auf dem Tisch habe ich ein Mikrofon platziert, das in alle Richtungen aufnimmt. Diese Gesprächssituation gibt den drei Sonderfolgen „20 Jahre Eishallenunglück Bad Reichenhall“ eine ganz besondere Anmutung. Das, was ich auch erreichen wollte. Ich selbst musste lediglich zu Beginn das Gespräch entfachen und dann ist es wie von selbst gelaufen. Hinzu kamen Einzel-Interviews mit den Kameraden, die alleine mit mir sprechen wollten und die quasi als Experten fungiert haben.

Größter Respekt vor allen Freiwilligen Helfern

Ihr hört die drei Sonderfolgen zum 20. Jahrestag des Eishallenunglücks in Bad Reichenhall, im Rahmen von BIK Features – meinem Podcast für Audiodokumentationen und -reportagen. Drei Folgen, in denen die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall erzählen, wie sie das Unglück mit 15 Toten miterlebt haben. Es war sicherlich nicht einfach, noch einmal die Erinnerungen hervorzuholen, weil viele von Ihnen wirklich schlimme Bilder mit dem Einsturz der Eishalle verbinden. Trotzdem hat es ihnen allen gut getan, darüber zu sprechen.

Man darf eines nicht vergessen: Wir sprechen hier von der Freiwilligen Feuerwehr. Wir reden davon, dass jeder Unfall, jedes Unglück, jeder Brand der Opfer fordert, die Kameradinnen und Kameraden in Situationen bringt, die außergewöhnlich sind. Gerade das Eishallenunglück in Bad Reichenhall war in dieser Form einzigartig und dementsprechend konnte sich auch keiner so wirklich darauf vorbereiten. Es war kein Ereignis, bei dem die Feuerwehrler eine Schublade öffnen und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen konnten. Und trotzdem ist es ihnen gelungen in all das Chaos so etwas wie Ordnung zu bringen. 

Euch wird es sicherlich so gehen wie mir: Schon immer habe ich größten Respekt vor den Freiwilligen Helfern, davor, was die in ihrer Freizeit leisten. Dienst an der Gesellschaft! Das ist einfach toll. Und als ich dann die Erinnerungen an den 02. Januar 2006 gehört habe – ist dieser Respekt noch viel mehr angestiegen. Lieber Feuerwehrler, ich weiß nicht wie ich es sagen soll, deswegen bringe ich es auf den Punkt: – ihr seid einfach der Wahnsinn! DANKE DANKE DANKE für das was ihr leistet. 

Zu den Folgen.

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