Über die kunst der interviewführung
„Ich habe schon Podcasts gemacht, da gab es die noch gar nicht.“
Das Eingangszitat mag etwas provokativ sein, aber genauso ist es. Seit über 25 Jahren mache ich jetzt schon Radio. Oder wie man heute sagt: „Audio Content Creator“. Ich war an Formatentwicklungen dabei, die weit über das normale Zeitlimit bei einem Radiosender hinausgingen. Uns Volontären und Redakteuren wurde immer und immer wieder eingetrichtert: „Nicht länger als 1:30 (Minuten).“ Damit aus einem Interview am Ende das Interessanteste und Relevanteste rauskommt – und auf eine Minute und 30 Sekunden zusammengestampft wird – muss man um einiges mehr an Material aufnehmen. Da ich es schon immer geliebt habe, mit Menschen zu sprechen und im Laufe des Gesprächs ihnen viele interessante Informationen aus der Nase zu ziehen – hat mein Rohmaterial sehr oft die 10-Minuten Marke gesprengt. Und es hat mir richtig wehgetan, so viel davon zu löschen, beziehungsweise nicht in den Beitrag mit hineinzunehmen. Schon da habe ich festgestellt, das jeder – wirklich JEDER – etwas zu erzählen hat. Und wie schade es ist, dass ich alles was ich für den Beitrag brauche, schon im Kasten habe. Denn meine Interviewpartner haben mir ständig Brocken hingeworfen, auf die ich heute sofort aufspringen würde. Mit dem Ziel: Einen Podcast zu erstellen, der 25, 40 oder gar 60 Minuten dauert. Leider gab es damals noch keine Podcast Plattformen und auch ein Hochladen auf die Homepage war keine Option. Denn es gab schlichtweg keine Möglichkeit, die Interviews so auf der Seite einzubinden, dass sie nicht ewig lange Ladezeiten erfordern würden. Deswegen war ich auch sofort dabei, als es 2019 so richtig losging mit dem Podcast Boom in Deutschland. Darüber werde ich in diesem Blog noch sprechen. Hier und heute geht es aber erstmal darum, was mich schon immer an Interviews (heute Podcasts) fasziniert und warum ich so viele davon produziere. (Unter anderem den Best of Prime Time Show Podcast für AIDAradio)
Künstler Portraits gaben den entscheidenden Anstoß
Es geht um die Entwicklung eines Interviews. Um ein Gespräch. Locker. Authentisch. In einer Atmosphäre, in der sich mein Gegenüber wohlfühlt. Und ganz wichtig, weil ich es oft genug anders höre und sehe:
„Der Gast ist der Star. Nicht der Interviewer!“
Eine Radio-Serie, die ich damals ins Leben gerufen habe, hat mir gezeigt, dass man ein Gespräch „laufen lassen“ muss. Es ging um Künstler Portraits aus der Region Berchtesgadener Land und Chiemgau. Ein Förderprojekt und deswegen war es etwas Besonderes nicht nur für mich, sondern auch für den Sender. Ich war jung und hatte es mit Männern und Frauen zu tun, die wesentlich älter waren als ich. Mehr Lebenserfahrung. Mehr Interviewerfahrung. Mehr Erfahrung mit unbequemen Situationen, die sie mit Journalisten hatten. Ich bin damals unbedarft und mit großer Aufregung an die Interviews herangegangen. Natürlich mit entsprechender Vorbereitung. Recherche. Fragenkatalog. So wie sich das gehört. Es wäre einfach gewesen, die Fragen herunter zu rattern, das Interview zu schneiden und sendefertig zu machen. Aber es gibt ein Problem, wenn man mit einem Fragenkatalog in ein Interview geht: Man ist viel zu sehr auf die Fragen fokussiert und vergisst etwas Entscheidendes und das Wichtigste bei einem Interview: „Das Zuhören„. Wie in einem normalen Gespräch auch, entwickelt sich ein Talk erst, wenn man sich gegenseitig zuhört. Alles andere macht ja überhaupt keinen Sinn. Nur wer zuhört, gibt dem Gespräch die Chance, dass es sich entwickelt. Das mag einfach klingen, aber ist es nicht immer. Gerade bei Interviews mit Größen wie den Schauspielern Christoph Maria Herbst, Heiner Lauterbach oder Pur-Sänger Hartmut Engler, war ich leicht bis mäßig aufgeregt. Ist ja nicht alltäglich Menschen dieser Formate am Mirko zu haben. Über diese Interviews, die ich für AIDAradio geführt habe, spreche ich noch hier im Blog. Das Feedback, das ich von diesen großen Namen erhalten habe, war stets: „Das war cool. Das war locker. Schönes Gespräch.“ Wie es dazu kam und warum es sich so angefühlt hat, kommt in weiterer Folge.
Die Idee für diesen Blog
Das waren jetzt nur ein paar einführende Worte, zu dem eigentlichen Punkt. Mir war und ist schon immer bewusst, dass Podcasts einfach „Mein Ding“ sind. Das ist mir vor allem vor ein paar Tagen klar geworden, als ich mit den Vorbereitungen für ein Podcast Projekt – über das ich bald berichte – begonnen habe. Es geht um den Transalpine Run 2026, den ich gerne absolvieren möchte. Da ich dafür aktuell Partner suche, die mich unterstützen, hatte ich die Idee, das komplette Unterfangen von Medizincheck, Laufanalyse, Leistungsdiagnostik, Tipps von Experten (Gesundheit, Laufen, Fitness, Ernährung, Supplements), Vorbereitung, Trainings bis hin zum Wettkampf im Rahmen eines Podcasts zu dokumentieren. Dazu habe ich ein Projekt Media Kit erstellt und ein paar Zahlen dafür zusammengetragen. Die echten Influencer – zu denen ich mich nicht unbedingt zähle – haben eine enorme Reichweite, mit der ich nicht dienen kann. Bei mir sehen die Zahlen so aus:
- Facebook 2.200
- Instagram knapp 1.000
- LinkedIn knapp 1.300.
Das ist überschaubar. Was ich habe: Eine gewisse Bekanntheit deutschlandweit, da ich seit Beginn von AIDAradio, (2021) die Sendung „Prime Time Show“ und den dazugehörigen Podcast moderiere. Um meine Podcast Erfahrung zu untermauern, habe ich mal nachgerechnet, wie viele Interviews ich geführt und wie viele Radiostunden ich moderiert habe. Und diese Zahlen haben mich positiv überrascht.
- 30.000+ ON AIR Radiostunden
- 2.100+ OFF AIR Moderationen
- 20.000+ Interviews
- 1.600+ produzierte Podcast Folgen (unterschiedlichen Genres)
In dem Moment, als ich diese Zahlen gesehen habe, musste ich feststellen: Warum spreche ich eigentlich nicht darüber in meinem Blog? Ungelogen – ich mache mir seit Jahren Gedanken darüber, über was ich einen Blog schreiben soll. Etwas, was es so noch nicht gibt. Etwas, das noch nicht abgedroschen ist. Speziell nach meiner Zeit als Führungskraft bei AIDA Cruises hatte ich viele Ideen. Leadership. Coaching. Präsentation. Mitarbeitermotivation. Und weitere. In all den Bereichen habe ich viele Erfahrungen gesammelt, hatte jede Menge Berührungspunkte und habe mich fortgebildet (unter anderem Ausbildung zum Life- und Business Coach). In einer Sache habe ich allerdings mehr Erfahrungen als die meisten anderen: Interviews führen und Podcasts. Und trotzdem ist es mit den anderen eben genannten Punkten zu vereinbaren. Denn ich habe unzählige Interviews zu den genannten Themen geführt. Das Wissen, das ich darin erlangt habe, ist unbezahlbar.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an JEDEN Interview- und Gesprächspartner.
Die Gespräche waren alle unterschiedlich, mit verschiedenen Schwerpunkten – aber eines konnte ich bei jedem einzelnen schulen: die Interview- bzw. Gesprächsführung. Wie gelingt es, dass ein Interview wie ein lockeres Gespräch abläuft? Wie schaffe ich als Interviewer eine angenehme Gesprächsatmosphäre? Wen durfte ich schon alles interviewen? Was haben die so erzählt? Wie lief es hinter den Kulissen ab? Ich könnte damit noch ewig weitermachen. Was ich damit verdeutlichen will: Es ist ausreichend Content vorhanden um diesen Blog mit spannenden, interessanten und Mehrwert-gebenden Infos zu füllen.
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Über Thorsten Jost

Als Redner, Autor, Moderator und Podcaster ist es Thorsten Josts Anliegen andere unterhaltsam zu inspirieren und zu begeistern. Andere durch Infotainment weiterentwickeln – das ist ihm wichtig. Persönlichkeitsentwicklung, Change, Neuausrichtung – es geht darum glücklich im Leben zu sein. Darüber spricht er in Podcasts, auf Bühnen oder in seinen Büchern.
Als Moderator bei AIDAradio und Host des Podcasts „Prime Time Show – Der Talk“, der Montag bis Freitag zwischen 18 und 19 Uhr auf AIDAradio (deutschlandweit über DAB+) ausgestrahlt wird, spricht er mit Menschen, die aus ihrem Leben erzählen und einzigartige Erfahrungen gesammelt haben. Daraus kann sich jeder etwas mitnehmen und für sich selbst nutzen.
Thorsten Jost ist seit über 20 Jahren Moderator. Los ging es beim lokalen Hörfunk in Oberbayern im Jahr 1999. Bereits während des Volontariats war er Moderator der Frühsendung und als rasender Reporter in ganz Bayern zu hören. 2013 hat er als Moderator bei AIDA Cruises angeheuert, wo er innerhalb eines Jahres die Karriereleiter nach oben geklettert ist und schließlich als Entertainment Manager gesamtverantwortlich für die Unterhaltung an Bord der AIDA Schiffe war. Nach seiner Zeit an Bord hat er seine Erfahrungen als Führungskraft in dem Buch „Alle in einem Boot – Was Führungskräfte von Seefahrern lernen können“ festgehalten. Mittlerweile ist nach seiner Coaching-Ausbildung zum Life- und Business Coach das zweite Buch „Eine Insel namens ICH“ erschienen.
Als Moderator bietet er Event Podcasts an, die eine Veranstaltung zu etwas Besonderem machen. Nicht nur für die Unterhaltung vor Ort, sondern auch was die nachhaltige Kommunikation angeht. Nähere Informationen gibt es hier.
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